Wer ist an dem Projekt beteiligt?

Die Forschungsstudie „Informelles Lernen in modernen Arbeitsprozessen“ wurde von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen (SenArbSozFrau) in Berlin in Auftrag gegeben und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Die Leitung des Projekts wird von der Professur für Berufs- und Arbeitspädagogik der Universität der Bundeswehr in Hamburg wahrgenommen, die Technische Universität Berlin ist an der Durchführung beteiligt. Die empirischen Untersuchungen finden in den Berliner Unternehmen Computer Manufaktur GmbH, Cortex Software GmbH und Mikado AG statt. Punktuell werden weitere Unternehmen einbezogen.

Worum geht es in der Studie? Was ist der inhaltliche Rahmen?

Im Mittelpunkt der Studie stehen die Untersuchung des informellen Lernens in modernen IT-Arbeitsprozessen und der damit verbundene Wandel von Kompetenzentwicklung und Weiterbildung. Dazu wird eine qualitative Fallstudie in den drei genannten Klein- und Mittelbetrieben der IT-Branche durchgeführt. Die Ergebnisse zielen auf Maßnahmen und Konzepte zur Weiterbildung und setzen sich mit der Berliner Qualifizierungs- und Berufsbildungslandschaft auseinander.

Unsere drei Hauptziele sind:

  • die Auswirkungen informellen Lernens, insbesondere des Lernens in der Arbeit, auf die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter/innen und auch auf die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen empirisch zu erfassen,
  • zu analysieren, wie sich das informelle Lernen zum formellen, organisierten Lernen verhält und inwieweit es mit berufsförmig organisierter Arbeit und beruflichen Entwicklungs- und Aufstiegswegen kompatibel ist,
  • zu untersuchen, wie die IT-Betriebe über die Weiterbildung, aber auch über die Ausbildung ihre Personal- und Organisationsentwicklung gestalten, wie sie untereinander und mit öffentlichen Bildungsinstitutionen kooperieren und vor allem welche Maßnahmen zur Verbesserung der Kompetenzentwicklung und zur lernförderlichen Gestaltung von Arbeit notwendig sind.

Wie wird die Fallstudie durchgeführt? Aus welchen Teilen besteht die Gesamtstudie?

Im Frühjahr 2002 werden in den Unternehmen jeweils 5-7 Mitarbeiter/innen sowie eine Person in Leitungsfunktion zu ihren (informellen) Lernprozessen, zur Kompetenzentwicklung im Unternehmen und zur betrieblichen und regionalen Berufsbildungssituation interviewt. Dabei sind als Interviewpartner vor allem die Mitarbeiter/innen interessant, die bereits einige Jahre in der Branche tätig sind und schon länger im Unternehmen arbeiten. Sie verkörpern sozusagen Experten für das informelle Lernen und für die Stärken und Schwächen der betrieblichen Kompetenzentwicklung. Neben den Interviews werden wir durch Dokumentenanalysen die Betriebs- und Branchensituationen erfassen. Mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung der mittelständischen Software-Industrie in Berlin und Brandenburg e.V, SIBB, werden zudem die IT-Betriebe im Berliner Raum in einer komprimierten Fragebogenaktion zu unseren zentralen Fragestellungen um Auskunft gebeten.

Die Gesamtstudie umfasst die folgenden Teile:

  1. Auseinandersetzung mit dem informellen Lernen im Hinblick auf unterschiedliche theoretische Ansätze und im Hinblick auf die beruflich-betriebliche Kompetenzentwicklung,
  2. Durchführung einer Fallstudie in drei Berliner Unternehmen der IT-Branche,
  3. Auswertung der Fallstudie sowie Theoriebildung und wissenschaftliche Auseinandersetzung,
  4. Empfehlungen praktisch-konzeptioneller Art und Desiderate.

Welche Ergebnisse und Erträge werden erarbeitet?

Jedem Unternehmen werden die das Unternehmen betreffenden Daten und Ergebnisse rückgekoppelt. Gestaltungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind dabei betrieblich und regional zu fixieren. Die Ergebnisse der Gesamtstudie werden im Rahmen eines Werkstattgesprächs mit Expert/innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft und den Partnerunternehmen diskutiert und Strategien zur Förderung der kleinen und mittelständischen IT-Unternehmen in Berlin entwickelt. Zudem wird die Gesamtstudie in der arbeitsmarktpolitischen Schriftenreihe der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen im Spätsommer 2002 veröffentlicht.

Projektlaufzeit:

Oktober 2001 bis August 2002

Gefördert von:

Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen und
aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)